Umbau des T3 auf den GTI-Motor ADY - Fazit
Der Umbau hat auf Grund vieler Basteleien / terminlichen Konflikten etc. länger gedauert als geplant.
Schlussendlich fährt der Bus aber jetzt benzinbefeuert mit dem GTI-Motor ADY.
Zeit für ein Fazit des gesamten Unterfangens.
Fahrverhalten
Der T3 ist auch mit dem GTI-Motor wie zu erwarten nicht zu einer Rakete geworden.
Insgesamt beschleunigt der Bus aber deutlich besser und verglichen mit dem JX ist es nun möglich normal und ohne ein rollendes Verkehrshindernis zu sein am Straßenverkehr teil zu nehmen.
Auch beim Abbiegen auf belebte Landstrassen zeigt sich der Bus hier deutlich souveräner.
War es bisher nur bei ~40km/h (3ter Gang quasi tabu....) möglich Steigungen wie die Rusel bei Deggendorf zu überwinden, ist es nun immerhin möglich die Schwelle auf ~70km/h an zu heben.
Die Anzahl Lichthupen im Rückspiegel zum "freundlichen Hinweis" die Geschwindigkeit zu erhöhen um nachfolgenden Verkehr nicht zu behindern hat sich deutlich reduziert.
Thermisches Verhalten
Insbesondere das thermische Verhalten des Busses hat sich grundlegend geändert.
Waren Öltemperaturen jenseits der 100°C und Wassertemperaturanzeigen kurz vor dem roten Bereich keine Seltenheit, hält sich der ADY hier verblüffend wacker.
Auf Grund der schon fast verdächtig abgesenkten Kühlwassertemperatur wurde mehrere Male nach Fahrt unter Belastung die Bauteiltemperatur beim anschließendem Abstellen mit einem Infrarotthermoter zur Kühlwasseranzeige plausiblisert.
Der Sensor für die Kühlwasseranzeige wurde aus dem JX übernommen und die Temperaturen sind auch nach Plausibiliserung schlicht signifikant niedriger.
Vergleich auf der Ruselstrecke
- T3 - JX ohne Ölkühler
Wassertemperaturen kurz vor dem roten Bereich der Anzeige nach Erreichen der Passhöhe (Ruselabsatz)
Öltemperaturen von circa 130°C keine Seltenheit.
Der Lüfter am Wasserkühler ist im Dauermaximalbetrieb. - T3 - JX mit Ölkühler
Der Ölkühler schafft es durch den Öl-Wasser-Wärmetauscher die Kühlwassertemperaturen ab zu senken.
Insgesamt auch kühlere Öltemperaturen, jedoch immer noch dreistellig bei hoher Belastung.
Der Lüfter am Kühler ist weiterhin im Dauermaximalbetrieb. - T3 - ADY ohne Ölkühler
Auch bei Bergaufbetrieb bleibt die Wassertemperaturanzeige - verglichen mit dem JX - schon fast verdächtig niedrig
Leicht erhöhte Temperaturen werden im anschließend Betrieb bergab oder in der Ebene wieder zuverlässig und zügig abgebaut.
Der Lüfter am Wasserkühler ist verstummt.
Thermisch insgesamt
Der Bus läuft deutlich kühler und schafft es auch nach Erreichen leicht erhöhter Temperaturen diese wieder zuverlässig ab zu bauen.
Zu JX-Zeiten wurden einmal erreichte Temperaturen nur sehr langsam wieder auf das Normal abgebaut.
Subjektiv betrachtet hat es der JX nicht mehr zuverlässig geschafft einmal erreichte Temperaturen überhaupt wieder ohne Stilstand mit abgeschaltetem Motor ab zu bauen.
Die Nachlaufpumpe ist beim JX nach dem Parkvorgang lange in Betrieb.
Auch das Blubbern kochenden Wassers in seltenen Fällen nach dem Abstellen nach sehr hoher Belastung des Fahrzeuges mit JX-Motor klang nicht sehr vertrauenserweckend.
Fehlersuche / Robustheit
Auch wenn mit dem ADY nur eine rudimentäre OBD-Diagnose zur Verfügung steht ist diese goldwert.
Insgesamt ist der ADY-Motor deutlich robuster.
Fairerweise muss man dem JX zu gestehen, dass er ohne Steuergerät und damit ohne Fehlersuche nach defekten Sensoren / Aktoren / Kabelproblemen auskommt.
Nichtsdestotrotz : Die Fehlersuche im JX ist erfahrungsgemäß teils fast nur noch mit Spezialisten-KnowHow möglich. Die Einspritzpumpe ist für Bastler - wenn verschlissen / defekt - subjektiv gleich der Operation an einem Uhrwerk.
Auch generell zeigt sich nach Gesprächen mit Fachwerkstätten (ursprünglich sollte der JX mal restauriert werden), dass die Haltbarkeit des JX-Motors doch sehr begrenzt ist.
Ein lokaler Fachbetrieb hatte eine Restauration des JX-Motors zum nahezu identischen Preis des ADY-Umbaus angeboten.
Fairerweise wurde hier vom Fachbetrieb aber gleich mit angekündigt, dass nach 50.000 - 100.000km mit einem Wiedersehen zur erneuten Restauration zu rechnen ist.
Kein sehr attraktiver Gedanke bei der Investition eines fünfstelligen Betrages.
Aus Umgang mit dem mittlerweile verflossenen Studentenfahrzeug Golf II ist zudem aus persönlicher Erfahrung bekannt, dass die Motoren der Entwicklungsbaureihe EA827 auch bei vernachlässigter Wartung durchaus fähig sind mit Laufleistungen größer 400.000km noch zuverlässig zu fahren (Golf II - MKB RP / 90PS).
Die Erfahrung deckt sich hier auch mit Forenbeiträgen bei der dem Umbau zuvorgegangenen Internetrecherche.
Auch bei der Ersatzteilversorgung kann der ADY hier punkten.
Während es für den JX fast nur noch generalüberholte Teile gibt, findet man für den ADY-Motor Ersatzteile zu normalen Preisen wie Sand am Meer.
Preis des Umbaus
Durchgeführt wurde der Umbau gemischt in Eigenregie sowie finale Arbeiten und Eintragung bei der VanZentrale.
In Eigenregie
- Einkauf des Motors mit 30.000 km Laufleistung - schon fast zum Spotpreis - von spanischem Autoverwerter über ebay für 700€
Das Hohnbild der Zylinder (noch sehr gut vorhande) passte zur angegeben Laufleistung
Generell guter Zustand des Rumpfblockes
Anzahl Rostansätze außen am Rumpfblock, sowie generell Verwitterung des Motors passt zur angegeben Laufleistung - Einbau des Motors bis zur Fahrtüchtigkeit.
- neue Kupplung
- Einkauf und Verbau von Einzelteilen
Preis ~2.000€
Durch die VanZentrale
- Eintragung des Motors wegen zu hoher TÜV-Anforderungen und mangelnder Motivation der Erbringung
- Diverse kleine Nacharbeiten
- Diverse Reperaturen die zur Erlangung des neuen TÜVs nötig waren (nicht relevant für den Umbau)
- Weitere nicht unbedingt TÜV-relevante Reparaturen, die dem Bus aber durchaus gut getan haben (ebenso nicht relevant für den Umbau)
- Umbau auf Keilrippenrimentrieb
Die Riemenscheiben fluchten mit dem neuen Motor leider nicht mehr. Mit "BastlerAdaptern" deutliches Eiern zu beobachten. Jetzt läuft alles so rund wie es soll.
=> siehe hier auch den separaten Artikel
Preis : ~10.000€
Transport des Busses
- Auf Grund der weiten Entfernung zur VanZentrale musste hier mit ~1.600€ in den sauren Apfel gebissen werden.
Preisfazit
Insgesamt wären die Kosten des Umbaus - die eigene Arbeitszeit mit eingerechnet - durch die Vanzentrale vermutlich leicht unterboten worden.
Der Faktor Zeit - für den Umbau insgesamt - wäre mit Sicherheit deutlich unterboten worden.
Transport hier beim Fazit raus gerechnet, da dieser auch bei einem Komplettumbau durch die VanZentrale nötig gewesen.
Nichtsdestotrotz ist der Motor dem Selbstumbauer nach eigenem Umbau aber in- und auswendig bekannt und für Bastler ist auch der Spaß- und Lernfaktor wertvoll.
Zusätzlich können hier Hohnbild der Zylinder / Verschleißzustand etc. selbstständig vor Austausch des Motors überprüft werden.
Es ist bekannt was man verbaut hat.
Für T3-Busfahrer die sich nicht selbst als "Kampfbastler" sehen und / oder die nötige Zeit und Geduld nicht mitbringen ist der Preis für die Durchführung des Umbaues in einem Fachbetrieb m.E. nach damit durchaus gerechtfertigt.
Zusätzlich entfallen hier evtl. böse Überraschungen beim Gespräch mit den örtlichen Prüfstellen (TÜV / Dekra etc.).
Von befreundeten T3-Fahrern ist aber durchaus bekannt, dass es auch Prüfstellen gibt die dem Thema Umbau auf ADY aufgeschlossener gegenüber stehen.

